Für die Wiener ist ja Beethoven längst eingemeindet und als Wiener Klassiker verklärt. Daran ist nix verkehrt. Nur vergisst man gerne, dass der Rheinländer Ludwig van Beethoven länger in seiner Geburtsstadt Bonn gelebt hat als Mozart in Salzburg. Und überall in der Welt bezeichnet man heute Salzburg als Mozartstadt. Aber Bonn? Selten wird sie die Beethoven-Stadt genannt.

Dennoch, so erinnert der Rheinländer Michael Korstick im zweiten Kapitel des Beethoven-ABCs von ORF.at, sei Beethoven stets der sture, störrische und auch mitunter undiplomatische Rheinländer geblieben, auch in Wien. Weder habe Beethoven seinen Akzent ablegen können noch seine rheinländische Art. In Bonn, wo Beethoven im Dezember 1770 geboren wurde, hat der junge Pianist dafür zahlreiche Spuren hinterlassen. Und wie bei Mozart wacht ein ehrgeiziger Vater darüber, das Ansehen seines Kindes in der öffentlichen Wahrnehmung zu mehren.

„Hat Bonn bei Beethoven Spuren hinterlassen?“, fragt sich Korstick. Er ist sich gewiss, dass es ein Ja auf diese Frage gibt. Als Beethovens Klavierkonzert in Es-Dur veröffentlicht wurde, sei der junge Mann gerade einmal 13 Jahre alt gewesen.

Und er habe auch noch die nächsten acht Jahre bis zu seinem endgültigen Umzug nach Wien in der Stadt am Rhein verbracht: „Beethoven hat die ersten 21 Jahre seines Lebens an einem Stück in Bonn verbracht. Da kann man nur sagen: So was muss in einem Menschen Spuren hinterlassen. Wir werden auch später noch auf Spurensuche gehen und mal schauen, wie genau sich das in den Werken manifestiert.“

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