Das donnernde Fortissimo gehört bei Beethoven in Fragen der Lautstärke wohl ebenso zum „Gen-Code“ seiner Musik wie das geliebte Es-Dur bei den Tonarten. Beethoven scheute sich nie, das doppelte FF zu setzen. Und das kann den Pianisten ganz schön ins Schwitzen bringen, berichtet Michael Korstick. Etwa, wenn er bei einem der Beethoven-Klavierkonzerte im Lautstärkematch gegen das ganze Orchester antreten muss.

Ein Klavier „im Dialog mit einem wütenden Orchester“, das präsentiert Korstick beim Buchstaben F wie Fortissimo im sechsten Kapitel des Beethoven-ABC: „Die Bläser samt Pauke spielen so laut, wie sie können, der Pianist kämpft dagegen an, muss so laut spielen, wie er nur kann.“

In der Partitur stehe nur „ein ganz bescheidenes Fortissimo“. Anders als Peter Iljitsch Tschaikowsky, „der in der Klaviersonate G-Dur sechs Forte geschrieben hat, als er es wirklich laut haben wollte“, habe sich Beethoven mit einem normalen Fortissimo begnügt.

Denn schon aus dem Kontext werde bei Beethoven klar, was hier passiere: „Kein anderer Komponist hätte auch nur daran gedacht, so eine Stelle wäre bei einem Haydn oder einem Mozart absolut unvorstellbar gewesen, hätte ja völlig den Rahmen gesprengt. Natürlich sprengen solche Momente auch bei Beethoven den Rahmen, nur bei Beethoven hat der Rahmen keine Ränder.

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