„Man darf ja nicht vergessen, es gab damals kein Fernsehen. Das Fernsehen ist ein ganz wichtiger, wichtiger Faktor in der Gleichmachung der Sprache. Wenn man irgendwo in Deutschland oder auch in Österreich ins Fernsehen schaut, wird ja Hochdeutsch gesprochen, das ist der Standard. Und man ist dann auch in der Lage, wenn man verreist, als lokales Gewächs sich irgendwie über das Hochdeutsche dann der neuen Lokalität anzupassen“, so Korstick. Zu Beethovens Zeit sei das mal eben anders gewesen, da habe jeder in seiner Herkunftsmundart geredet. Von Joseph Haydn ist ja ebenso überliefert, dass er sich hauptsächlich im Dialekt Niederösterreichs auszudrücken wusste.

Manches vom ungehobelten Rheinländer sei auch in seiner Musik ungefiltert durchbrochen, danach aber wieder „sehr in den Kontext integriert“. „Man versteht immer, warum das so ist, lacht Korstick: „Und ich glaube, dass Beethoven durchaus lieb gewesen wäre, hätten die Leute auch im richtigen Leben verstanden, warum bei ihm manche Dinge so waren, wie sie halt waren“.

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